Anlagethemen

Erfahren Sie mehr über die Geschichte von Schwellen- und Frontiermärkten, einschließlich einer detaillierten Beschreibung der verschiedenen Unteranlageklassen

Geschichte der Schwellen- und Grenzmärkte

Der Begriff Schwellenländer wurde von Ökonomen zu Beginn der 1980er kreiert. Definiert wurden sie als Volkswirtschaften mit niedrigem bis mittlerem Pro-Kopf-Einkommen. Zur Mitte der 1990er-Jahre wurden Frontiermärkte als zweite Generation der Schwellenmärkte definiert. Diese Volkswirtschaften sind durch relativ hohes Wachstum und Bevölkerungsanstieg gekennzeichnet, erreichen jedoch oftmals keine westlichen Standards hinsichtlich Einkommen und Verwaltungsstruktur der politischen und finanziellen Institutionen.

WEITERE GESCHICHTLICHE FAKTEN

Eine instabile Vergangenheit
Aus einer politischen und einer Makro-Perspektive hatten Schwellen- und Frontieemärkte eine instabile Vergangenheit. Dazu zählen äußerst kontroverse politische Ideologien und eine fragwürdige Vermögensverteilung, Militärputsche, unvermittelte und wirtschaftlich verheerende Aufhebung gekoppelter/manipulierter Währungen sowie die externe Restrukturierung von Schulden.

Eine bessere Zukunft
Mittlerweile haben die meisten Länder ihre Lehren gezogen. Dank besserer Governance und einer allgemein vernünftigen Fiskalpolitik befinden sich viele Schwellenländer in einer Situation, in der sie entwickelten Volkswirtschaften in vielerlei Hinsicht überlegen sind. Seit Mitte der 1990er-Jahre konnten Schwellenländer Wachstumsraten erreichen, die weit über dem globalen Durchschnitt liegen. Zudem steigt der Handel zwischen Schwellenländern, wobei dem Inlandsverbrauch eine größere Priorität als Wachstumsmotor eingeräumt wird. Große Schwellenländer sind heute der primäre Wachstumsfaktor für das weltweite BIP und den Anstieg des Rohstoffbedarfs. Daher ist es keine Überraschung, dass sie ein stärkeres Selbstbewusstsein entwickelt haben und sich zu internationalen Wirtschaftsfragen zunehmend äußern und Einfluss nehmen.

Anlagemöglichkeiten
• Langfristiges Wachstumspotenzial über dem globalen Durchschnitt
• Wettbewerbsfähiger Arbeitsmarkt
• Ergiebige Rohstoffvorkommen
• Strukturelle Reifung
• Wirtschaftliche Reformen
• Reformen und Weiterentwicklung der Finanzmärkte
• Verbesserte Governance, solide Fiskal- und Geldpolitik
• Tragbare Staatsschuldenquote
• Verbesserung der Bonität
• Vorteile durch Portfoliodiversifizierung

Wesentliche globale Marktfaktoren
Im Laufe der Zeit haben sich die globalen Marktfaktoren sowie herkömmliche Korrelationsmuster stark verändert. Anlagethemen beruhen oft auf der Politik der Industrieländer, etwa: Fiskal- und Geldpolitik, Handelspolitik, Rohstoffpreise, Geopolitik, Wetterphänomene wie Dürre oder Regen, die mit Nahrungsmittelpreisen und Inflation zusammenhängen, oder sogar technische Aspekte wie Risikoaversion, globale Renditeniveaus und Anlegerströme.

Unser diskretionärer qualitativer Top-Down-Ansatz zu globalen Marktfaktoren und Anlagethemen geht Hand in Hand mit unserem quantitativen Bottom-Up-Ansatz zu ESG und Bonitätsmodellen. Während letzteres das Fundament unserer Anlagestrategie bildet, ermöglicht uns unsere qualitative Überwachung der sich ständig ändernden Marktfaktoren, potenzielle Anlagethemen vor dem großen Ansturm zu erkennen und diese Themen rechtzeitig zu nutzen, sei es aus regionaler oder länderspezifischer Perspektive.

Kontaktieren Sie uns und erhalten Sie 10 wesentliche Überlegungen, die Investoren vor einer Investition in Schwellen- oder Grenzmärkten anstellen sollten.

Beschreibung der Anlageklassen

EM Hard Currency Debt

Fest etablierte und weithin akzeptierte Anlageklasse von Staatsanleihen in US-Dollar, die Investoren die Möglichkeit bietet, in 75 Schwellenländer in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, im Nahen Osten und in Afrika zu investieren. Im Laufe der letzten drei Jahrzehnte hat sich diese Anlageklasse in ihrer Größe und Vielfältigkeit stark weiterentwickelt und stellt heute ein Investitionsvolumen von 825 Mrd. USD dar. Die am häufigsten verwendete Benchmark ist JPMorgans EMBI Global Diversified.

Üblicherweise leihen Investoren in dieser Anlageklasse Regierungen Geld über Anleihen, die in gängigen internationalen Währungen (hauptsächlich USD) ausgegeben werden, um das Volatilitätsrisiko von Währungen zu beschränken, die nicht einfach zu handeln oder abzusichern sind. Die Anlagen beschränken sich auf Anleihen, deren regulatorische Risiken durch internationales Recht begrenzt sind. Dementsprechend wird die Bewertung normalerweise als Credit Spread ausgedrückt, der das Kreditrisiko des Staates im Vergleich zu einer US-Staatsanleihe mit ähnlicher Laufzeit widerspiegelt.

Allgemein gesagt wird mit dem Kreditrisiko abgeschätzt, wie hoch die Bereitschaft und Fähigkeit eines Landes ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, und wie stabil Institutionen und Regierung sind. Außerdem werden die Bilanz, das Cash-Flow-Management oder die Tragfähigkeit der Schulden des Staates sowie dessen kurzfristiger externer Liquiditätsbedarf und der Zugang zu Fremdwährungen analysiert. Mit der analytischen Methode werden eher relative als absolute Werte verglichen.

EM Local Currency Debt

Dies ist eine stark wachsende Anlageklasse von Anleihen in Landeswährung, durch die Investoren Zugang zur laufenden Entwicklung und Reifung lokaler Renditekurven und Währungen in 20 – 25 Staaten in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika erhalten. Die Bedeutung dieser Anlageklasse hat in den letzten beiden Jahrzehnten hinsichtlich ihrer Größe und Reife stark zugenommen und umfasst heute ein Investitionsvolumen von 1,1 Billionen USD, das gewöhnlich durch lokales Recht reguliert wird. Die wichtigste Benchmark für diese Anlageklasse ist JPMorgans GBI-EM Global Diversified.

Da die Anleihen in Landeswährung ausgegeben werden, kombinieren Investoren das Risiko aus Währung und Zinssatz oder Laufzeit. Das Ausfallrisiko der Staatsanleihen ist relativ gering, da die jeweiligen Regierungen die Möglichkeit besitzen, bei Bedarf Geld zu drucken.

Anleihemärkte in Landeswährung werden tendenziell von inländischen Investoren dominiert, wodurch sie gegenüber allgemeineren, globalen Risikostimmungen weniger anfällig sind als Anleihen in Hartwährungen. Währungs- und Zinsrisiken werden eher durch Zahlungsbilanzen und geldpolitische Kriterien als durch die Kreditwürdigkeit einer Regierung beeinflusst. Die Analyse zielt eher auf absolute als auf vergleichbare Werte.

Frontier Markets

Frontiermärkte stellen eine Untergruppe der Schwellenmärkte dar, deren politische Institutionen, wirtschaftliche Strukturen und Finanzmärkte weit weniger entwickelt sind. Die Anlageklasse hat sich im vergangenen Jahrzehnt stark entwickelt und hat in ihrer Größe, Vielfalt, Zugänglichkeit und Handelbarkeit zugenommen. Berechnungen der liquiden Marktkapitalisierung von Global Evolution legen nahe, dass dieser Markt Anleihen in USD und in Landeswährungen mit einem Volumen von 450 Mrd. USD in 75 Ländern in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und insbesondere Afrika umfasst.

Zu den Performance-Treibern zählen ungenutzte Bodenschätze und hohes wirtschaftliches Potenzial, ausländische Direktinvestitionen, die Verbesserung politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und die Entwicklung lokaler Finanzmärkte. Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Schwellenmärkten ist der größere Einfluss von politischen Entscheidungsträgern auf Währungsmärkte und von staatlichen Pensionsfonds auf die Rentenmärkte.

Die ineffizienten Bewertungen verstärkter politischer und wirtschaftlicher Risikowahrnehmung und weniger entwickelte Finanzmärkte erzeugen allgemein höhere Renditen. Die äußerst geringe Beteiligung ausländischer Investoren an den lokalen Finanzmärkten und der steigende Einfluss politischer Entscheidungsträger tragen dazu bei, dass die Korrelation mit globalen Risiken sehr gering ist. Anleihen von Frontiermärkten werden durch lokales und internationales Recht reguliert.